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DIR Ausrüstung: Flaschen, Ventile und Brücken

In den Flaschen transportieren Taucher das beim Tauchgang benötigte Atemgas. Damit sich auf kleinem Raum eine grosse Menge Gas unterbrigen lässt, wird es mit einem Kompressor unter hohem Druck in die Flaschen gepumpt. Der Verschluss der Flaschen ist das Ventil, an das auch der Lungenautomat angeschraubt wird. Beim Tauchen nach DIR werden meistens Doppelgeräte verwendet, es ist aber auch möglich, mit einem Monogerät DIR-konforn zu tauchen. Bei Doppelgeräten verbinden DIR-Taucher die zwei Flaschen durch eine absperrbare Brücke. Oft werden andere Gase als Luft zum Tauchen verwendet und in der Flasche gemischt. Da beim Mischen auch reiner Sauerstoff in die Flasche strömt, müssen alle verwendeten Dichtungen und Fette sauerstoffverträglich sein. Außerdem muss alles sauerstoffrein sein, das heißt, von allen ungeeigneten Fetten und Verunreinigungen befreit, damit sich nichts entzünden kann.

Flaschenmaterialien

ein D12 und ein D7 Doppelgerät mit Stahlflaschen
ein D12 und ein D7 Doppelgerät mit Stahlflaschen
Taucher mit Stage-Flasche aus Aluminium; die MOD ist vom Tauchpartner lesbar
Taucher mit Stage-Flasche aus Aluminium; die MOD ist vom Tauchpartner lesbar

Tauchflaschen werden aus Stahl, Aluminium oder Composit (Kohlefaser-Verbundmaterialien) hergestellt. Je nach Material haben die Flaschen unterschiedliche Eigenschaften.

Eigenschaften von Stahlflaschen:
  • unter Wasser relativ schwer, das kann vorteilhaft sein (spart Blei)
  • über Wasser leichter als Aluminiumflaschen
  • in Deutschland recht günstig und einfach zu beschaffen
  • können rosten
  • haben einen runden Boden, stehen also nicht selbstständig ohne zusätzlichen Standfuß
Eigenschaften von Aluminiumflaschen:
  • unter Wasser fast schwerelos (leicht negativ wenn voll, leicht positiv wenn leer)
  • über Wasser schwerer als Stahlflaschen, da die Wandstärke größer ist
  • in Deutschland nicht weit verbreitet
  • kann Aluminiumstaub enthalten, der eventuell gesundheitsschädlich ist (darüber streiten sich die Gelehrten noch)
  • hat meistens einen flachen Boden, steht dann also selbstständig auch ohne zusätzlichen Standfuß
Eigenschaften von Compositflaschen:
  • über Wasser wesentlich leichter als Stahl- oder Aluminiumflaschen
  • hat unter Wasser sehr starken Auftrieb, man braucht wesentlich mehr Blei
  • sehr teuer
  • hat einen runden Boden, steht also nicht selbstständig ohne zusätzlichen Standfuß

Für Rückengeräte werden in Deutschland fast ausschliesslich Stahlflaschen verwendet, da sie auf Grund ihrer Eigenschaften (günstig, schwer) zum Tauchen mit Trockentauchanzug gut geeignet sind. Aluminiumflaschen haben auf Grund ihrer Eigenschaften (leicht) häufig beim Tauchen mit Nassanzug Vorteile (siehe auch Balanced Rig). Im Salzwasser halten sie meist länger, da sie nicht rosten und werden deshalb oft auf Tauchbasen verwendet. Compositflaschen sieht man recht selten, da sie sehr teuer sind und mehr Nachteile als Vorteile bringen.

Ventile

Laut den gesetzlichen Bestimmungen sind Flaschen, je nach Inhalt, mit unterschiedlichen Ventilen

DIN Ventile und Brücke an D12 Doppelgerät und 80 cuft Stage-Flasche mit DIN Monoventil
DIN Ventile und Brücke an D12 Doppelgerät und 80 cuft Stage-Flasche mit DIN Monoventil

auszustatten. Das heißt, für Luft, Sauerstoff, Edelgase usw. gibt es verschiedene Anschlussgewinde, die zueinander nicht kompatibel sind. In der Tauchpraxis ist das nicht zu handhaben, deshalb werden für alle Gasarten und Flaschenanschlüsse immer Luftventile DIN G5/8" eingesetzt. Streng genommen ist das natürlich nicht erlaubt, ist aber so üblich. Wegen der Sauerstoffverträglichkeit müssen alle Dichtungen in den Ventilen mit entsprechendem Fett behandelt sein. Die Handräder zum Betätigen der Ventile sollen aus Gummi sein (sogenannte Rubber Knobs), nicht aus brüchigem Kunststoff. Gummihandräder sind zudem noch griffiger und etwas länger, was das Betätigen vereinfacht.

Ventile an Doppelgeräten sind für die Verwendung einer Brücke ausgelegt, für Monoflaschen gibt es Ventile mit einem oder mit zwei Abgängen zum Anbringen von einem oder zwei Lungenautomaten (siehe unten unter "Monoflaschen"). Damit auch unter Stress ein Ventil immer in die richtige Richtung gedreht wird, sind alle Handräder in geöffnetem Zustand ganz (bis zum Anschlag) auf. Man kann also nicht versehentlich das Ventil (noch weiter) öffnen, wenn man es eigentlich schließen möchte.

Ohne Gummifuß steht ein Doppelgerät stabiler, wenn es angelehnt wird
Ohne Gummifuß steht ein Doppelgerät stabiler, wenn es angelehnt wird

Flaschenfuß

Flaschen aus Stahl haben einen runden Boden, stehen also nicht von alleine. Bei Monoflaschen verwendet man deshalb einen Flaschenfuß aus Gummi als Standfuß (obwohl man Flaschen ja eigentlich immer hinlegen sollte). Bei Doppelgeräten verwenden DIR-Taucher diesen Standfuß aus folgenden Gründen nicht:
  • Doppelflaschen muss man immer anlehnen, dabei stehen sie ohne diesen Fuß stabiler
  • bei einigen Doppelgeräten kann man kein V-Weight benutzen, wenn Füsse montiert sind
  • zwischen Fuß und Flasche kann es gammeln
  • zwischen den Füßen bei Doppelgeräten kann sich Leine verfangen
  • beim Durchtauchen von Engstellen (in Wracks oder Höhlen) können sich die Füsse lösen und verklemmen
  • ohne Flaschenstandfüsse kommt man besser an den hinteren D-Ring
  • bei Doppelgeräten braucht man sie einfach nicht!
Es gibt auch Leute die behaupten, ohne Standfüsse sei das Tauchgerät stömungsgünstiger. Naja, wenn sie meinen...

Doppelgeräte

Das Rückengerät eines DIR-Tauchers enthält das Bottom Gas, also das Gas, das in der Tiefe geatmet wird. Meistens wird es in einem Doppelgerät transportiert. Die von DIR-Tauchern am häufigsten benutzte Doppelflasche ist die D12, ein Flaschenpaket bestehend aus zwei langen 12 l Flaschen. Bei flacheren und kürzeren Tauchgängen werden manchmal auch D7 Doppelgeräte verwendet. Größere Flaschen bis zu D20 sind bei tiefen und langen Tauchgängen auch gebräuchlich. Sollte auch das nicht ausreichen, werden zusätzliche Flaschen (Bottomstages) mitgenommen, die der Taucher an den linken D-Ringen seines Harness einhängt.
Flaschenbeschriftung auf Dekostage (oben, Nitrox 50) und D12 Rückengerät (mitte: Nitrox 32, unten Trimix 18/45)
Flaschenbeschriftung auf Dekostage (oben, mit Nitrox 50) und D12 Rückengerät (mitte mit Nitrox 32, unten mit Trimix 18/45)

Flaschenbeschriftung

Wenn Tauchflaschen ein anderes Gas als Luft enthalten, ist es extrem wichtig, auf der Flasche deren Inhalt zu vermerken. Wegen nicht oder schlecht beschrifteter Flaschen hat es schon etliche Todesfälle gegeben. Man benutzt dazu einen Aufkleber mit nur wenigen Angaben (siehe Bild):
  • Ergebnis der Sauerstoffmessung (hier 51,5%, 30,8% und 18,6%)
  • Wenn Helium enthalten ist, dann He: und der Heliumanteil in %, wenn er gemessen wurde mit Nachkommastelle
  • Datum der Messung und Initialen des Messenden
Der Aufkleber auf dem Rückengerät sollte so angebracht sein, das er beim Zusammenbauen des Geräts zu sehen ist, also irgendwo auf der Rückenseite des Tauchers im Flaschenschulterbereich.

Brücken

DIR-Taucher verwenden eine absperrbare Verbindungsbücke zwischen den beiden Flaschen des Doppelgerätes. Diese Brücke verbindet die beiden Flaschen so, dass ein Druckausgleich stattfindet. Mit einem Handrad kann sie vom Taucher selbst innerhalb von Sekunden geschlossen

das Handrad der Brücke ist etwas zum Taucher geneigt, um es besser betätigen zu können
das Handrad der Brücke ist etwas zum Taucher geneigt, um es besser betätigen zu können

und der Druckausgleich verhindert werden (siehe auch Valve-Drill). Brücken sind als axial dichtend (die Dichtungen sind auf der Stirnseite der Brücke) oder als radial dichtend (die Dichtungen befinden sich auf dem Umfang, der runden Aussenseite der Brücke) erhältlich. Axial dichtende Brücken brauchen einen festen Flaschenabstand um zu dichten und sind empfindlich, besonders gegen Verkanten. Radial dichtende Brücken sind besser geeignet, da sie unempfindlicher sind. Zudem ist der der Flaschenabstand in gewissem Maß variabel.

Einige Taucher tauchen Doppelgeräte ohne Flaschenbrücke. Der Vorteil dabei ist, dass die Brücke nicht beschädigt werden kann (was allerdings sehr unwahrscheinlich ist). Im Gegensatz dazu stehen viele Nachteile:
  • es sind zwei Finimeter erforderlich
  • die Flaschen müssen abwechselnd geatmet werden (z. B. Wechsel alle 50 bar), um sie gleichmäßig zu leeren (d. h. mehr "Arbeit" (Task Load), mehr Fehleranfälligkeit)
  • die zwei Lungenautomaten müssen relativ kurze Schläuche haben, damit sie nicht im Weg sind
  • bei einer Gasspende steht deshalb nur ein kurzer Schlauch zur Verfügung
  • bei der Gasspende kann jeder nur auf die Restmenge "seiner" Flasche zugreifen, und nicht auf den gesamten Gasvorrat; ist eine Flasche leergeatmet, so muß Wechselatmung durchgeführt werden

Auf Grund dieser Nachteile verwenden DIR-Taucher bei Doppelgeräten immer eine Flaschenbrücke .

6 cm breite Edelstahlschelle mit Gewindestange zur Befestigung an der Backplate
6 cm breite Edelstahlschelle mit Gewindestange zur Befestigung an der Backplate

Schellen

Um die beiden Flaschen miteinander zu verbinden, benutzen DIR-Taucher ausschliesslich Edelstahlschellen. Bibo-Kits oder Doppelstandfüße werden nicht benutzt, da sie keine ausreichende Festigkeit bringen (immerhin wiegt eine einzelne Flasche so um die 15 kg). Ein Lockern der Verbindung könnte ein Verkanten der Brücke verursachen, und dies wiederum eventuell eine Undichtigkeit. An den Edelstahlschellen befinden sich Gewindestangen, mit denen das Flaschenpaket an die Backplate geschraubt wird. Deshalb haben sie einen Abstand, der dem der Löcher in der Backplate entspricht (normalerweise 28 cm bzw. 11 inch). Damit die
12 l Monoflasche mit Doppelventil an Monowing
12 l Monoflasche mit Doppelventil an Monowing
Flaschenventile gut erreichbar sind und die Lage im Wasser gut ist, wird die obere Schelle bis an den Beginn der Flaschenschulter hochgeschoben und dort befestigt. Die Position der unteren Schelle ergibt sich dann aus dem Abstand der Löcher in der Backplate.

Monoflaschen

In warmen Gewässern tauchen auch DIR-Taucher oft mit einer einfachen Flasche. Hierzu wird ein passendes Monowing verwendet (siehe auch unter Wings). In tropischen Gebieten haben die geliehenen Flaschen üblicherweise ein Ventil mit nur einem Abgang, an dem nur ein Lungenautomat angeschlossen werden kann. Bei flacheren Tauchgängen in warmem Wasser reicht das normalerweise aus. Taucht man in kälteren Gewässern, so wird ein Ventil mit Doppelabgang verwendet, an das man zwei Lungenautomaten anschliessen kann. Beide Abgänge können getrennt von einander geschlossen werden, wenn zum Beispiel ein Lungenautomat abblasen sollte. DIR-Taucher können dies ohne Partnerhilfe, siehe auch Valve-Drill).

Stage- oder Dekoflaschen

Stageflaschen sind Flaschen, die zusätzlich zum Rückengerät mitgenommen werden können. Enthalten sie ein Gas, das

80 cuft (11,1 l) Alustage, geriggt, mit Beschriftung von vorne
80 cuft (11,1 l) Alustage, geriggt, mit Beschriftung von vorne

in der Tiefe geatmet werden kann, spricht man von Bottomstages, enthalten sie ein Dekompressionsgas, spricht man von Dekoflaschen oder Dekostages.

Stage rigging

Damit man die Stageflasche unter Wasser transportieren kann, wird sie "geriggt" (to rig = montieren, ausrüsten). Dazu wird eine Tragevorrichtung angebracht, die im wesentlichen aus einem Seil, einer großen Schlauchschelle und zwei Boltsnaps besteht (siehe Bild). Ein (oder zwei) flache Gummibänder (Schlauch aus einem Autoreifen) werden zum Verstauen des Mitteldruckschlauches für die Zweite Stufe verwendet (siehe auch unter Automaten).

DIR-Taucher hängen Stages an den D-Ringen des linken Schultergurts und des linken Hüftgurtes ein und tragen sie so auf der linken Seite mit sich. Auf der rechten Seite werden keine Flaschen transportiert, da hier schon der Lampenkanister hängt und eine Flasche das Freilegen des langen Schlauchs behindern würde. Sollen mehr als zwei Stageflaschen transportiert werden, so wird ein sogenannter Leash benutzt. Dieser Leash ist ein Ring (ca. 15 cm Durchmesser) aus einem ca. 6 mm dicken Seil, in das mehrere Stages eingehängt werden können. Der Leash selber wird dann mit einem Boltsnap in den Hüft-D-Ring eingehängt und mit dem Stage-Flaschenpaket über den linken Oberschenkel gelegt. Die Flaschen schwimmen dann hinter dem Taucher zwischen seinen Beinen und sind aus dem Weg.

80 cuft Alustage mit Automat und Beschriftung
80 cuft Alustage mit Automat und Beschriftung von hinten

Für Stage- oder Dekoflaschen (die man ja nicht auf dem Rücken trägt) werden von DIR-Tauchern ausschliesslich Aluflaschen verwendet, da sie unter Wasser fast auftriebsneutral sind (im vollen Zustand leicht negativ, im leeren Zustand leicht positiv). Stahlflaschen sind als Stages ungeeignet, da sie zu schwer sind und dadurch die Wasserlage ungünstig beeinflussen. Außerdem müsste man sehr große Wings benutzen, um ihr großes Gewicht austarieren zu können (siehe auch Wings).

Flaschenbeschriftung

Bei Stage- und Dekoflaschen wird ein Aufkleber mit den Angaben wie auf dem Rückengerät verwendet. Zusätzlich wird noch die MOD (maximum operation depth, maximale Einsatztiefe) in großen Zahlen (ca. 7cm hoch) auf die Flasche gesprüht oder geklebt, damit man sie schnell und einfach erkennen kann. Bei der 100% Sauerstoffflasche wird zusätzlich zur MOD (6 m) auch noch groß "OXYGEN" geschrieben, damit man die 6 nicht mit einer 9 verwechseln kann. Diese große MOD-Beschriftung wird zur Identifikation der richtigen Flasche (des richtigen Gases) verwendet. Sie sollte so angebracht sein, dass der Tauchpartner und man selber sie unter Wasser gut sehen kann, also seitlich auf beiden Seiten an der Flasche in der nähe der Flaschenschulter (siehe Bild ganz oben). Stage Flaschen sollten außerdem noch mit dem Namen beschriftet sein, damit man sie nicht mit den Flaschen anderer Taucher verwechseln kann, wenn mehrere Stages zusammen im Wasser liegen (was oft vorkommt).



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